{"id":17,"date":"2008-02-08T18:28:05","date_gmt":"2008-02-08T16:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wordpress\/?p=17"},"modified":"2008-07-02T02:09:23","modified_gmt":"2008-07-02T00:09:23","slug":"freibier-statt-wegzugspramien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=17","title":{"rendered":"Freibier statt Wegzugspr\u00e4mien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aschermittwoch: Linkspartei und SPD dienen der CDU als Zielscheiben \/ Hilke und Pfl\u00fcger geben sich angriffslustig <\/strong><\/p>\n<p><em>Rund 900 G\u00e4ste kamen zum politischen Kehraus der CDU nach Doberlug-Kirchhain. Es war der erste mit Ulrich Junghanns als Hauptredner.<\/em><\/p>\n<p>DOBERLUG-KIRCHHAIN Der Mann von der CDU-Ortsgruppe Elsterland nimmt gleich drei Freibier, denn er will auf Nummer sicher gehen, was einen unterhaltsamen Abend angeht: \u201eBeim Sch\u00f6nbohm\u201c, sagt er entschuldigend, \u201ewar\u2019s immer am\u00fcsant. Der Uli ist zwar ein guter Mann, aber kein Gute-Laune-Drops.\u201c Dass viele Parteimitglieder diese Auffassung \u00fcber ihren Vorsitzenden Ulrich Junghanns teilen, muss bezweifelt werden: Von Beginn an ist die Stadthalle in Doberlug-Kirchhain (Elbe\u2013Elster) gut gef\u00fcllt. Mit 500 G\u00e4sten hat die CDU gerechnet, fast 900 sind gekommen. Vielleicht ist es Neugier darauf, wie sich Junghanns bei seinem Aschermittwochs-Deb\u00fct schl\u00e4gt, vielleicht ist die Lust auf z\u00fcnftige Generalabrechnung bei Bier, Brezeln und Blasmusik auch nach einer Zwangspause im Vorjahr gewachsen: Infolge der E-Mail-Aff\u00e4re fiel der Politische Aschermittwoch der m\u00e4rkischen CDU 2007 aus.<br \/>\nZun\u00e4chst st\u00fcrmt Generalsekret\u00e4r Rolf Hilke f\u00fcr ein zehnmin\u00fctiges Gru\u00dfwort auf die B\u00fchne \u2013 und sichert sich sogleich Aufmerksamkeit: \u201eDie SPD plant eine Ein\u00f6de im S\u00fcden Brandenburgs, sie will ihn verwildern lassen\u201c, ruft er. \u201eDoch bei der CDU gibt\u2019s keine Wegzugspr\u00e4mie, sondern Freibier f\u00fcrs Kommen.\u201c Hoppla, da reiben sich einige im Saal die Augen. Das geht ja munter los. Und Hilke legt nach: \u201eDie Linke im Land schn\u00fcrt munter W\u00fcnsch-Dir-was-Pakete, und die SPD rennt blind hinterher. Doch egal, wie schnell sie l\u00e4uft, die Linke ist immer schon da.\u201c Da hat Hilke einen Rat f\u00fcr den Koalitionspartner: \u201eWer sich parf\u00fcmiert neben einen Misthaufen stellt, l\u00e4sst den nicht besser riechen. Er f\u00e4ngt nur selbst an zu stinken!\u201c So geht es weiter. Applaus im Saal, Erstaunen, Begeisterung. \u201eDas waren die l\u00e4ngsten zehn Minuten des heutigen Abends\u201c, sagt der Moderator, denn Hilke hat sich 20 Minuten lang in Form geredet. Was der Moderator nicht wissen kann: Unterhaltsamer wird es nicht mehr.<br \/>\nUlrich Junghanns gibt sich aber redlich M\u00fche. Der Satz \u201eEs gibt viele Themen, die man ansprechen m\u00fcsste\u201c, geh\u00f6rt dennoch nicht zu den eindrucksvollsten Er\u00f6ffnungen. Dann ist er erstmal bei der Lage in Hessen, bevor er zur m\u00e4rkischen SPD kommt: Ihr h\u00e4lt Junghanns vor, derzeit Eintrittskarten f\u00fcr die n\u00e4chste Regierungskoalition zu verteilen: \u201eMindestens der Mindestlohn ist offenbar gefordert\u201c, ruft er und warnt vor Rot-Rot in der Mark. Zur Situation in seiner Partei sagt Junghanns, \u201ein der Brandenburger CDU unter Prinz Ulrich kann man sich wohlf\u00fchlen\u201c. Falls das Ironie war angesichts des Machtkampfes mit Ex-Generalsekret\u00e4r Sven Petke, l\u00e4sst er es sich nicht anmerken. Am Schluss versucht Junghanns dann noch einen Witz \u00fcber dicke M\u00e4rker. Niemand lacht. \u201eDas mit den Scherzen, das sollte er lassen\u201c, diagnostiziert der Mann aus dem Elsterland trocken \u00fcber seinen leeren Biergl\u00e4sern. Ganz anders Berlins CDU-Fraktions chef Friedbert Pfl\u00fcger. Der kommt zwar deutlich zu sp\u00e4t aus K\u00f6ln \u2013 die Band spielte, um die Zeit zu dehnen, schon den \u201eHolzmichl\u201c \u2013 steht aber ab dem ersten Wort auf dem Gaspedal. \u201eSeien Sie stolz auf Ulrich Junghanns. Er ist der erfolgreichste Wirtschaftsminister der neuen L\u00e4nder. Brandenburg hat mehr Wachstum als Berlin\u201c, ruft er. Jubel. \u201eBerlin und Brandenburg geh\u00f6ren zusammen!\u201c Tosender Applaus. Als er ein \u201etugendhaftes, bescheidenes Preu\u00dfen\u201c beschw\u00f6rt, das Werte wie \u201eAnstand, Ehre und P\u00fcnktlichkeit\u201c zu sch\u00e4tzen wisse, gibt es stehende Ovationen. Dass Pfl\u00fcger die G\u00e4ste warten lie\u00df, ist vergessen. \u201eDas Land sollte von niemandem regiert werden, der diese Tugenden als Sekund\u00e4rtugenden disqualifiziert, als Tugenden, mit denen man auch ein KZ f\u00fchren k\u00f6nnte\u201c, ruft Pfl\u00fcger, mittlerweile seines Jackets entledigt, in Anspielung auf ein uraltes Oskar-Lafontaine-Zitat. Zum Schluss kommt er noch zu seinem Lieblingsthema: dem Weiterbetrieb des Flughafens Tempfelhof. \u201eIch danke Uli Junghanns, Sven Petke und J\u00f6rg Sch\u00f6nb\u00f6hm, dass sie sagen, wir brauchen Tempelhof weiterhin\u201c, ruft er. \u201e Tempelhof gef\u00e4hrdet Sch\u00f6nefeld nicht. Das steht weder im Grundgesetz noch in den zehn Geboten.\u201c<\/p>\n<p><em>Erschienen am 08.02.2008 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aschermittwoch: Linkspartei und SPD dienen der CDU als Zielscheiben \/ Hilke und Pfl\u00fcger geben sich angriffslustig Rund 900 G\u00e4ste kamen zum politischen Kehraus der CDU nach Doberlug-Kirchhain. Es war der erste mit Ulrich Junghanns als Hauptredner. 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