{"id":257,"date":"2008-06-30T23:12:27","date_gmt":"2008-06-30T21:12:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wordpress\/?p=257"},"modified":"2008-07-03T23:23:13","modified_gmt":"2008-07-03T21:23:13","slug":"handler-tiere-ackerburger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=257","title":{"rendered":"H\u00e4ndler, Tiere, Ackerb\u00fcrger"},"content":{"rendered":"<p><strong>Freizeit: Hunderte str\u00f6mten trotz m\u00e4\u00dfigen Wetters in die Nauener Altstadt \u2013 sehr viele sogar kost\u00fcmiert<\/strong><\/p>\n<p><em>Sie haben kein Gl\u00fcck in diesem Jahr, die Nauener bei ihren gro\u00dfen Festen: War schon das Altstadtfest im Mai von dicken Wolken \u00fcberschattet, so galt es beim Ackerb\u00fcrgerfest, mit Schauern und kaltem Wind zu leben. <\/em><\/p>\n<p>NAUEN Es gibt erhebendere Momente im Leben eines Zw\u00f6lfj\u00e4hrigen: Max steht am \u201eHau-den-Lukas\u201c, er legt alle seine Kraft in den Hammer, es ist der zweite Schlag, er bei\u00dft auf die Unterlippe, presst die Augen zu Schlitzen zusammen, l\u00e4sst den Hammer krachen, doch nein: Der Zeiger geht nicht \u00fcber die erste von f\u00fcnf Stufen hinaus: \u201eBettn\u00e4sser\u201c steht da, und das ist nicht erhebend, wenn man zw\u00f6lf ist und die M\u00e4dels im Halbkreis drumherum stehen. \u201eStell dir vor, es w\u00e4re dein Lehrer\u201c, sagt der Schausteller, und ja, doch, im dritten Versuch kratzt der Zeiger doch fast an der zweiten Kategorie \u201eFlitzpiepe\u201c. Dann sagt der freundliche Herr auch noch \u201eIch zeig dir das mal\u201c, nimmt den Hammer wie ein Spielzeug \u00fcber die Schulter, am Oberarm bauen sich Muskelpakete auf, es kracht, der Zeiger schie\u00dft durch bis \u201eYippie Yeah Schweinebacke\u201c, schl\u00e4gt die Glocke, der Mann patscht Max auf den Kopf und sagt: \u201eIst doch gar nicht so schwer.\u201c Sowas k\u00f6nnen nur Erwachsene sagen. Sie k\u00f6nnen grausam sein, selbst wenn sie es gut meinen. <\/p>\n<p>Es ist voll beim 4. Nauener Ackerb\u00fcrgerfest, der Martin-Luther-Platz quillt \u00fcber vor Menschen, zeitweise geht es nur im Schritttempo voran, und das, obwohl das Wetter den Nauenern schon wieder nicht wohlgesinnt ist: Gelegentliche Schauer und kr\u00e4ftige Windb\u00f6en fahren in die Menge, doch niemand l\u00e4sst sich vertreiben. <\/p>\n<p>Vielleicht liegt das auch an der M\u00fche, die sich viele Besucher gegeben haben: Wer so lange an seinem Kost\u00fcm geschneidert hat, will es nun auch zeigen. Zeitweise flaniert fast die H\u00e4lfte der G\u00e4ste im historischen Gewand \u00fcber den Luther-Platz. Bei den Nauener Heimatfreunden steht eine elegante Dame mit Schirm und versucht sich im Hobelhalten: Mit ausgestreckten Armen muss der Langhobel so lange wie m\u00f6glich in die Luft gehoben werden \u2013 es gelingt ihr fast anderthalb Minuten lang. Ein Zuschauer kommentiert \u201eDie hat \u00dcbung mit der Pfanne!\u201c. Niemand lacht. Ihr Begleiter \u2013 Frack, Kordhose, gewienerte Stiefel \u2013 versucht es ebenfalls, muss aber nach knapp einer Minute aufgeben. <\/p>\n<p>Hinter der Kirche schlummern zwei K\u00e4lbchen um die Wette, w\u00e4hrend ihre B\u00e4uerin die Plagen und Freuden der Milchviehwirtschaft schildert und berichtet, dass eine Kuh 90 Liter Wasser und 40 Kilogramm Futter pro Tag braucht, um 30 Liter Milch zu geben. <\/p>\n<p>\u00dcberhaupt, die Tiere: Zwei St\u00e4nde weiter hat sich ein Frettchen eingekringelt und schl\u00e4ft so selig, dass selbst die Stupser der Kinder durchs Gitter es nicht aus seinen Tr\u00e4umen rei\u00dfen. In einer Seitengasse zeigt sich die Alpaka-Familie von Joachim Kuntzagk von ihrer besten Seite: Olivia und Caral stehen in unverhohlenem Elternstolz um ihren zwei Monate alten Nachwuchs Otello, der das Besucherinteresse mutig aush\u00e4lt und sich sogar mal ein, zwei Schritte von Muttis Seite l\u00f6st. <\/p>\n<p>Zwischendrin bindet immer wieder das B\u00fchnenprogramm die allgemeine Aufmerksamkeit: Kinder der Tanzschule Amanda versuchen sich im Schwanensee, der Sportverein bringt eine Modenschau auf die B\u00fchne, und um 18 Uhr ist das Theaterst\u00fcck des \u201eStadtgefl\u00fcster e.V.\u201c ein H\u00f6hepunkt des Programms. <\/p>\n<p>Doch auch mitten im Trubel ist\u2019s unterhaltsam: Jongleure und Fakire mischen sich unters Volk, wer mag, kann sich im Bogenschie\u00dfen \u00fcben, es gibt Getr\u00e4nke und Naturprodukte, die Kinder reiten auf Eseln, die M\u00e4nner versuchen sich im Erbsenschlagen, es riecht nach Grillwurst, nassem Hund und Eselh\u00e4ufchen, doch das geh\u00f6rt zum mittelalterlichen Flair. <\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg versucht es Max noch einmal \u2013 er hat sich Tipps geben lassen. Er kommt bis \u201eSoapStar\u201c, Stufe drei. Immerhin. <\/p>\n<p><em>Erschienen am 30.06.2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freizeit: Hunderte str\u00f6mten trotz m\u00e4\u00dfigen Wetters in die Nauener Altstadt \u2013 sehr viele sogar kost\u00fcmiert Sie haben kein Gl\u00fcck in diesem Jahr, die Nauener bei ihren gro\u00dfen Festen: War schon das Altstadtfest im Mai von dicken Wolken \u00fcberschattet, so galt es beim Ackerb\u00fcrgerfest, mit Schauern und kaltem Wind zu leben. 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