{"id":265,"date":"2007-08-24T23:31:41","date_gmt":"2007-08-24T21:31:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wordpress\/?p=265"},"modified":"2014-04-02T17:43:58","modified_gmt":"2014-04-02T16:43:58","slug":"wenn-die-geigen-wiehern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=265","title":{"rendered":"Wenn die Geigen wiehern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Filmlivekonzert zu \u201eDick und Doof\u201c-Streifen fordert Musikern einiges ab<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWar das Moll oder Dur? Also ich hab Dur erwartet.\u201c Scott Lawton l\u00e4sst den Taktstock sinken und grinst. Ohne Blick in die Noten kann Gert-Jan Blom aus der ersten Bankreihe best\u00e4tigen: \u201eEs ist Dur!\u201c \u201eDann habt ihr ein sehr interessantes Dur gespielt\u201c, sagt Lawton, wieder seinem Orchester zugewandt. Die Musiker zucken mit den Schultern und schauen konzentriert auf ihre Notenbl\u00e4tter. Es funktioniert noch nicht alles, aber schon das meiste bei der Generalprobe zum \u201eFilmlivekonzert Dick und Doof\u201c im Nikolaisaal, das heute Abend dort erklingen wird. Scott Lawton hat das Deutsche Filmorchester Babelsberg bestens im Griff, und er wird von zwei Profis in Sachen Filmmusik der 1920er und 30er Jahre flankiert: Musikforscher Piet Schreuders und Gert-Jan Blom, Orchesterleiter der ber\u00fchmten \u201eBeau Hunks\u201c, stehen dem Dirigenten zur Seite. <\/p>\n<p>Die beiden Niederl\u00e4nder haben sich das Verdienst erworben, die fast vergessene und vielbel\u00e4chelte Filmmusik der letzten Stumm- und ersten Sprachfilme auszugraben. \u201eEs ist fast ein arch\u00e4ologischer Prozess gewesen\u201c, sagt Piet Schreuders. Weder gab es Aufnahmen dieser St\u00fccke, noch Noten, noch hielten es die damaligen Filmemacher f\u00fcr n\u00f6tig, Komponisten oder Musiker im Abspann zu erw\u00e4hnen. Also setzten sich Schreuders und Blom zusammen und h\u00f6rten sich die Musik tausende Male an. Sie transkribierten die Noten, bevor sie sie wieder zu Orchesterarrangements zusammensetzten. \u201eOriginaltreue war dabei oberstes Gebot\u201c, sagt Schreuders. Vier Alben produzierten die \u201eBeau Hunks\u201c mit dieser Musik und erwarben sich internationalen Ruhm, bevor sie sich, der Filmmusik m\u00fcde, wieder anderen Projekten zuwandten. Drei seiner Besten \u2013 Saxophonisten und Klarinettisten \u2013 hat Gert-Jan Blom nach Potsdam mitgebracht, um das Filmorchester zu unterst\u00fctzen. \u201eDas Orchester ist gut, aber f\u00fcr sie ist es ein Konzert. F\u00fcr uns ist es Enthusiasmus und ein Teil unseres Lebens\u201c, erkl\u00e4rt Schreuders l\u00e4chend den Unterschied. <\/p>\n<p>Den schwersten Job an diesem Abend aber hat zweifellos Scott Lawton: Er muss nicht nur rund 20 Musiker dirigieren, sondern auch noch darauf achten, dass Melodien synchron zu den zwei \u201eDick und Doof\u201c-Filmen auf der Leinwand laufen. Manchmal auf den Ton genau. \u201eScott macht das super\u201c, sagt Piet Schreuders anerkennend, \u201eegal in welchem Dur\u201c. <\/p>\n<p><em>Erschienen am 24.08.2007<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Filmlivekonzert zu \u201eDick und Doof\u201c-Streifen fordert Musikern einiges ab \u201eWar das Moll oder Dur? Also ich hab Dur erwartet.\u201c Scott Lawton l\u00e4sst den Taktstock sinken und grinst. 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