{"id":4568,"date":"2012-01-06T00:01:37","date_gmt":"2012-01-05T23:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4568"},"modified":"2014-11-24T14:51:19","modified_gmt":"2014-11-24T13:51:19","slug":"nachschlag-miesmuschel-auf-einer-art-kloss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4568","title":{"rendered":"NACHSCHLAG. \u201eMiesmuschel &#8230; auf einer Art Klo\u00df\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das \u201eJero\u201c bietet franz\u00f6sische K\u00fcche auf h\u00f6chstem Niveau, ohne Gourmetpreise zu verlangen<\/strong><\/p>\n<p><em>Ob Spitzenrestaurant, Caf\u00e9, Kneipe, Ausflugslokal oder D\u00f6ner \u2013 Mitarbeiter der MAZ sind als anonyme Tester unterwegs.<\/em> <\/p>\n<p>Beim Blick durch die Schaufenster bleibt zun\u00e4chst unklar, ob es sich beim \u201eJero\u201c nun um ein Restaurant oder ein Gourmetgesch\u00e4ft mit franz\u00f6sischen Spezialit\u00e4ten handelt. Bei n\u00e4herer Betrachtung indes zeigt sich \u2013 es ist beides. Und das zu beiderlei Vorteil: Der Eink\u00e4ufer, der nur Beaujolais oder Rohmilchk\u00e4se erwerben m\u00f6chte, wird von den wenigen, liebevoll im Edel-Bistro-Stil gedeckten Tischen verf\u00fchrt, als Gast wiederzukommen. Und der Gast, so er denn mit der K\u00fcche zufrieden war, kann Wein und Roquefort zur Verl\u00e4ngerung des kulinarischen Eindrucks mit nach Hause nehmen. Wir treffen an einem Freitagabend ein, die wenigen Tische im Verkaufsraum sind besetzt, doch wir m\u00fcssen weder warten noch weichen: Ein paar Stufen h\u00f6her ist es nicht nur ruhiger, sondern auch separierter, denn der Aquariumseffekt f\u00fcr die Flaneure auf der Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe entf\u00e4llt. Zwischen dunklem Holz und auf festem Leder sitzt es sich gut und nobel, die Schiffsvert\u00e4uung an den W\u00e4nden f\u00fcgt eine rustikale Note hinzu und rettet den Brasserie-Charme von unten herauf. Die Bedienung kommt prompt und begr\u00fc\u00dft uns auf franz\u00f6sisch, wechselt nach einem tiefen Blick in unsere erschreckten Gesichter aber nahtlos ins Hochdeutsch mit charmantem Akzent. Die Karten sind bistrotypisch \u00fcbersichtlich gehalten: Alle Gerichte passen auf ein Blatt, alle Getr\u00e4nke auf ein zweites. Wir starten mit einem Meeresfr\u00fcchtesalat (15,50 Euro), der als Meeresanteil kleine Garnelen und Scheiben vom Tintenfischarm mit sich bringt. Sehr sch\u00f6n komponiert und mit Limone und Oliven\u00f6l fein abgeschmeckt, zwar sehr kalt serviert, aber geschmacklich ohne Tadel. Zum Hauptgang darf es Tartar sein, 180 Gramm rohes Hackfleisch aus der Rinderlende, klassisch serviert mit einem Eigelb und Limetten-Creme-Fraiche als Note des Hauses (18,50 Euro). Die Aussicht auf klassisch angerichtetes Tartar hatte uns schon auf der Stra\u00dfe verf\u00fchrt und war der Anlass, das \u201eJero\u201c zu erkunden. Bis uns das Hackfleisch erreicht, bringt ein junger Kellner zun\u00e4chst einen Gru\u00df aus der K\u00fcche, schwungvoll angek\u00fcndigt als \u201eMiesmuschel auf &#8230; \u00e4h &#8230; \u00e4hm &#8230; tja &#8230; also &#8230; nun &#8230; Miesmuschel auf &#8230; naja &#8230; einer Art Klo\u00df\u201c. Sprach\u2019s und verschwand mit einem entschuldigenden L\u00e4cheln. Das Tartar ist ohne Fehl und Tadel, frisch, weich, saftig und, da roh, naturgem\u00e4\u00df schwer verdaulich. Gl\u00fccklicherweise hilft der \u201eWein des Tages\u201c, ein roter Bordeaux (0,2-Glas 6,90 Euro), beim Verdauen. Ohne Fehl und Tadel, entlockt aber auch keine Begeisterung. In einem Gourmetfachgesch\u00e4ft h\u00e4tten wir etwas mehr erwartet. Nur mit Not passt noch eine Cr\u00e8me caramel (7,50 Euro) hinterher, doch nach so viel roher Fleischgewalt schreit der Gaumen nach einem s\u00fc\u00dfen Ende. Derart gep\u00e4ppelt ist der R\u00fcckweg \u00fcber die Treppe fast schon eine Herausforderung, ein kurzes Flanieren \u00fcber die Ebert-Stra\u00dfe tut Not. Von dort l\u00e4sst sich neidvoll auf jene hinter der Scheibe schauen, die den Genuss noch vor sich haben.<\/p>\n<p><em>Erschienen am 06.01.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u201eJero\u201c bietet franz\u00f6sische K\u00fcche auf h\u00f6chstem Niveau, ohne Gourmetpreise zu verlangen Ob Spitzenrestaurant, Caf\u00e9, Kneipe, Ausflugslokal oder D\u00f6ner \u2013 Mitarbeiter der MAZ sind als anonyme Tester unterwegs. Beim Blick durch die Schaufenster bleibt zun\u00e4chst unklar, ob es sich beim \u201eJero\u201c nun um ein Restaurant oder ein Gourmetgesch\u00e4ft mit franz\u00f6sischen Spezialit\u00e4ten handelt. Bei n\u00e4herer Betrachtung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[26,3,11,33,29,31,27],"tags":[],"class_list":["post-4568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritikrezension","category-maz","category-pdm","category-stilform","category-toho","category-publishedin","category-rating"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2HHro-1bG","jetpack_likes_enabled":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4568"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4569,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4568\/revisions\/4569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}