{"id":4570,"date":"2011-12-31T00:01:28","date_gmt":"2011-12-30T23:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4570"},"modified":"2014-11-24T14:54:42","modified_gmt":"2014-11-24T13:54:42","slug":"goldene-nasen-und-die-zauberkroete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4570","title":{"rendered":"Goldene Nasen und die Zauberkr\u00f6te"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ausblick: Ein Blick in die redaktionelle Glaskugel zeigt die Potsdamer H\u00f6hepunkte des Jahres 2012<\/strong><\/p>\n<p><em>Unter dem Titel \u201eWas bleibt\u201c glossiert die MAZ die Themen der Woche. Zum Jahreswechsel wagen wir einen nicht wirklich ernsten Blick voraus: Was kommt?<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Im Januar verleiht die Bundesvereinigung der Rechtsanw\u00e4lte und Gutachter der Stadt den Ehrenpreis \u201eGoldene Nase\u201c f\u00fcr die \u00fcberdurchschnittliche F\u00f6rderung des Berufsstandes. \u201eMit teuren Rechtsgutachten, um die sich am Ende keiner schert, hat sich die Stadt in ungew\u00f6hnlicher Weise um das Gutachterwesen verdient gemacht\u201c, hei\u00dft es zur Begr\u00fcndung. Herausgehoben werden der Blanko-Auftrag an einen Berliner Rechtsanwalt in der Transparenzkommission, der zur \u00dcberraschung aller sechsstellige Kosten verursacht hat, sowie Gutachten zu Stra\u00dfenreinigung, B\u00e4derstandorten, der Renitenz von Stadtverordneten und zur Verwendung von Gutachten im Stadthaus.<br \/>\nIm M\u00e4rz rutscht Baudezernent Matthias Klipp mit dem Fahrrad auf nassem Pflaster in der Zimmerstra\u00dfe aus und st\u00fcrzt so ungl\u00fccklich, dass ein alter Bandscheibenvorfall wieder akut wird. Beim Versuch, ihn in die Notaufnahme des Josephs-Krankenhauses zu fahren, wird der Rettungswagen so durchgesch\u00fcttelt, dass Klipps Schmerzensschrei bis zur nahe gelegenen Schl\u00f6sserstiftung dringt, wo Kustodin und Gr\u00fcnen-Parteikollegin Saskia H\u00fcneke am Schreibtisch zusammenzuckt. Sie erkl\u00e4rt sich sofort bereit, Klipp w\u00e4hrend der f\u00fcnfeinhalbj\u00e4hrigen Krankschreibung zu vertreten. Als erste Amtshandlung l\u00e4sst sie die Nutheschnellstra\u00dfe pflastern.<br \/>\nIm Mai stellt ein Gericht fest, dass die Streichung der Abfindung f\u00fcr Ex-Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen rechtswidrig war. Die Stadt muss 1,4 Millionen Euro zahlen. Damit bleibt Paffhausens angedrohte \u00d6ffnung seines Giftschrankes aus. Durch den kollektiven Erleichterungsseufzer an der Spitze kommunaler Unternehmen und des Rathauses kommt es zu einem kleinen Fr\u00fchjahrssturm, der aber nur ein paar Dachziegel vom Stadthaus fegt. Tags darauf erkl\u00e4ren Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrates anonym in der Bild-Zeitung, sie h\u00e4tten das schon immer so gesehen, sich aber nicht getraut, etwas zu sagen, weil B\u00fcrgermeister Exner so b\u00f6se geguckt und gedroht habe, sie nicht mehr zu gr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nIm Juli vert\u00e4ut die Stadtfraktion der Gr\u00fcnen am Ufer der Schiffbauergasse eine zwei mal drei Meter gro\u00dfe Seeb\u00fchne f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche Version der \u201eZauberkr\u00f6te\u201c. Die k\u00fcnstlerische Leitung \u00fcbernimmt Saskia H\u00fcneke. Sie l\u00e4sst zun\u00e4chst die B\u00fchne pflastern. S\u00e4mtliche Hauptrollen bekommt der Stadtverordnete Andreas Menzel, bis auf jene der leicht n\u00f6rgeligen Witzfigur Papageno. Das bekomme er einfach nicht hin, sagt Menzel.<br \/>\nIm August erm\u00f6glicht es eine Sozialgesetznovelle, dass die Teilnahme am st\u00e4dtischen Bauausschuss Anspr\u00fcche auf Schmerzensgeld begr\u00fcndet. Eine Art Goldgr\u00e4berstimmung bricht aus. Mangels Training gelingt es den B\u00fcrgern aber nicht, l\u00e4nger als zwei Stunden auszuharren \u2013 letzte Standhafte verlassen schreiend den Saal, als nach dreist\u00fcndiger Debatte zum ersten der 18 Tagesordnungspunkte ein sachkundiger Einwohner seine Rede mit den Worten \u201eDas ist jetzt nicht unmittelbar zum Thema, aber ich m\u00f6chte noch anf\u00fcgen, dass&#8230;\u201c einleitet.<br \/>\nIm November entspringt eine neue Debatte um das fast fertige Stadtschloss. Jemandem von \u201eMittesch\u00f6n\u201c ist aufgefallen, dass an den historisch korrekten Holzt\u00fcren mit den historisch korrekten T\u00fcrbeschl\u00e4gen der kleine Schieber, der das Schl\u00fcsselloch verdeckt, vom Schlossarchitekten Peter Kulka heimlich ausgetauscht wurde: Statt eines barock ziselierten Bl\u00e4ttchens aus getriebenem Eisen ist ein silbrig gl\u00e4nzendes Aluminiumst\u00fcck verarbeitet. Die mediale Emp\u00f6rung erreicht binnen weniger Tage vorrevolution\u00e4re Ausma\u00dfe. Kulka will sich vom historisch korrekten Kupferdach st\u00fcrzen, dass jedoch wegen der historisch korrekten Dachneigung nicht genug Schwung gibt, so dass er unverletzt auf dem ersten Fensterbrett zu liegen kommt \u2013 da es in den historischen Ma\u00dfen gefertigt wurde, ist es breit genug, den Architekten aufzufangen. Weinend gibt Kulka ein letztes Mal nach und murmelt: \u201eIch h\u00e4tte so gern wenigstens ein Detail selbst entschieden.\u201c <\/p>\n<p><em>Erschienen am 31.12.2011<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausblick: Ein Blick in die redaktionelle Glaskugel zeigt die Potsdamer H\u00f6hepunkte des Jahres 2012 Unter dem Titel \u201eWas bleibt\u201c glossiert die MAZ die Themen der Woche. Zum Jahreswechsel wagen wir einen nicht wirklich ernsten Blick voraus: Was kommt? 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