{"id":4608,"date":"2014-12-02T00:00:17","date_gmt":"2014-12-01T23:00:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4608"},"modified":"2015-07-15T14:53:12","modified_gmt":"2015-07-15T13:53:12","slug":"gloegglich-macht-besonders-gluecklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=4608","title":{"rendered":"Gloegglich macht besonders gl\u00fccklich"},"content":{"rendered":"<p><strong>MAZ-Leser testen Gl\u00fchwein auf dem Weihnachtsmarkt in der \u201eBrandenburger\u201d \u2014 und k\u00fcren einen eindeutigen Sieger<\/strong><\/p>\n<p>Die Mission: Sie scheuen weder Kater noch Kopfschmerz, weder Sodbrennen noch Schluckauf, sie kennen keine Zimt- und keine Nelkenallergie, sind bereit, sich schlimmstenfalls Magen und Leber zu ruinieren: Acht MAZ-Leser st\u00fcrzten sich in eines der letzten Abenteuer, das diese Stadt noch zu bieten hat, und tranken sich gnadenlos durch den Weihnachtsmarkt auf der Brandenburger Stra\u00dfe \u2014 mit nur einem Ziel: den ultimativ besten Gl\u00fchwein zu finden.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Die Teams: Drei Gruppen zu je drei Mitgliedern galt es, aus der Zahl der Bewerber zu filtern, um einen repr\u00e4sentativen Durchschnitt des Weihnachtsmarktbesuchers abzubilden: Junge und \u00c4ltere, M\u00e4nner und Frauen, Feinschmecker und Vieltrinker. Nur ein Jurymitglied bekam kurz vor Beginn Angst vor der Verantwortung und fehlte. Am Ausgangspunkt, einer H\u00fctte mit einem sprechenden und singenden Elch auf dem Dach (erster Kommentar: \u201eschrecklich!\u201d), trafen sie zusammen, um dann, mit Bewertungsbogen bewaffnet, auszuschw\u00e4rmen, und die Weine auf Aroma und Temperatur, Originalit\u00e4t und Alkoholgehalt, Preis und Schuss zu testen.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Das Revier: Um Doppeltests zu vermeiden, ward die Arena in drei Areale unterteilt: Ebert- bis Dortu-Stra\u00dfe, Dortu- bis Elfleinstra\u00dfe, Elfleinstra\u00dfe bis Luisenplatz. Das ambitionierte Ziel jedes Testers: Drei bis vier Gl\u00fchweine die zun\u00e4chst noch k\u00fchle Kehle hinunterrinnen zu lassen.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Der Start: Die Stimmung ist zun\u00e4chst noch n\u00fcchtern und analytisch. Kritisch posieren die Kritiker auf dem Gruppenbild. Dann geht\u2019s los \u2014 zwei Stunden Zeit, dann Man\u00f6verkritik unterm Elch.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Team 1: Die Trinkfesten. Nico H\u00f6hne (27) und B\u00e4rbel Lubosch (73) \u2014 die Gruppe mit der gr\u00f6\u00dften Altersdifferenz \u2014 steuern zuerst den Stand aus der italienischen Partnerstadt Perugia an. Dort gibt es einen klassischen Gl\u00fchwein, f\u00fcr 2 Euro, der auf Merlot und Sangiovese beruht und mit einer streng geheimen Gew\u00fcrzmischung zum Adventsgetr\u00e4nk wird. Als Wirt Domenico Giacomino merkt, dass hier getestet wird, kommt er aus seiner H\u00fctte und instruiert die Tester, wie es wohl nur Italiener tun: Worauf sie beim Trinken zu achten haben, welche Aromen herauszuschmecken sind. Die Styroporbecher, in denen der Wein kommt, erregen erstmal kein Wohlwollen, halten das Getr\u00e4nk aber immerhin lange hei\u00df. Nico H\u00f6hne stellt seine noch jugendliche Leber unter Beweis und ordert alle Weine konsequent \u201emit Schuss\u201d (+1 Euro) \u2014 er hat die Wahl zwischen Limoncello und Sambuca und entscheidet sich f\u00fcr den Zitronenlik\u00f6r. Das tut dem Wein durchaus gut, befindet er, seinem Geschmack entspricht es aber nicht.<\/p>\n<p>Station 2 ist der Stand des Restaurants \u201eLa Madeleine\u201d, wo ein Beaujolais, verfeinert um eine ebenfalls geheime W\u00fcrzmischung des Chefkochs, in Tassen gereicht wird. Nico H\u00f6hnes Schuss ist in diesem Fall ein Rum, den Amaretto l\u00e4sst er nach der schlechten Erfahrung mit Lik\u00f6ren links liegen \u2014 \u201emacht den Wein noch s\u00fc\u00dfer\u201d. B\u00e4rbel Lubosch aber ist begeistert, \u201eein klassischer Gl\u00fchwein auf hohem Niveau\u201d. Die Gruppe zieht weiter \u2014 sie wird am Ende die einzige sein, die vier (Lubosch) und f\u00fcnf (H\u00f6hne) Weine getestet hat: \u201eWir verf\u00fcgen eben \u00fcber die perfekte Mischung aus Erfahrung und Gesundheit\u201d, kommentieren sie trocken.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Team 2: Die Experimentierfreudigen. Antje Sch\u00e4fer und Peter Gotthardt (49) kommen als Paar. Gotthardt misst 2,06 Meter, er ist im Gew\u00fchl jederzeit zu finden. \u201eDa passt viel rein\u201d, scherzt Burkhard Otte (70), der mit Abstand bestaufgelegte Tester. Unerm\u00fcdlich reiht der Stahnsdorfer Scherz an Scherz, wohl wissend, dass ihn am Ende seine Tochter nach Hause chauffieren wird. Alle drei testen konsequent drei verschiedene Weine, sodass sie am Ende neun Buden auf ihren B\u00f6gen haben \u2014 und ein breites Spektrum von Schlehen-, Holunder-, Kirsch-, Heidelbeer-, und Apfel-Zimt-Gl\u00fchwein im Magen. Es ist die einzige Gruppe, die sich in den Sperlingshof wagt, wo es einen Gl\u00fchwein mit Doppelschuss f\u00fcr zwei Euro gibt. Der ist im Preis-Dr\u00f6hnungsverh\u00e4ltnis ungeschlagen, schmeckt aber nur \u201enaja\u201d und kommt lau im kleinen Becher. \u201eF\u00fcr Leute, die den Geschenkekauf hassen, aber g\u00fcnstig Mut tanken wollen\u201d, sagt Otte. Peter Gotthardt, der ihn trank, bel\u00e4sst es bei einem angedeuteten Aufsto\u00dfen. So richtig begeistert ist die Gruppe nirgends, lediglich der Gr\u00fcne Kobold, ein Wei\u00dfwein mit Minze und Waldmeister, bekommt Bestnoten. Ein Flammkuchenstand kurz vor dem Luisenplatz serviert indes den Verlierer dieses Tests: Einen muffig riechenden, faden, lauwarmen Wein ohne sp\u00fcrbaren Alkohol. F\u00fcr diese \u201eQualit\u00e4t\u201d ist der Preis von 2,50 Euro \u201estolz\u201d, vermerkt Otte.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Team 3: Die Kritischen. Barbara Seiwert (63) war fr\u00fcher selbst Innenstadt-H\u00e4ndlerin und hatte auch einen Weihnachtsmarkt-Stand . Sie blickt mit dem k\u00fchlen, kritischen Blick der Gesch\u00e4ftsfrau in die Tasse und auf den Tresen, bewertet Freundlichkeit, Beratung, Sitzgelegenheiten, Regenschutz und sonstige Details akribisch, macht gar Verbesserungsvorschl\u00e4ge wie den, die Tassen vorzuw\u00e4rmen. Ihr Begleiter Uwe Trotte (63) ist dagegen recht still, daf\u00fcr aber unerbittlich in seinem Urteil. Komplettiert werden die Kritischen von Gerd Hampel (40), der hinter sehr jovialem Auftreten einen unbestechlichen Gaumen verbirgt. Blumes Gl\u00fchweinh\u00fctte, wo die drei zun\u00e4chst einen Gl\u00fchwein mit Bacardikirschen bestellen, bekommt ein differenziertes Urteil im Mittelfeld: Geschmacklich alles okay, aber die kalten Kirschen und die kalten Tassen lassen den ansonsten guten Wein zu schnell erkalten. Besser ergeht es dem Stand \u201eZur Feuerzangenbowle\u201d, wo die Kritischen einen wei\u00dfen Apfel-Zimt-Gl\u00fchwein ordern. Er gef\u00e4llt ihnen sehr gut, auch der gesamte Stand erh\u00e4lt gute Noten. Doch er verblasst vor dem Gesamtsieger, dem \u201eGloegglich\u201d-Stand des Lakritzkontors. Hier gibt es fast nur Lob: Super Geschmack, eine Riesenauswahl an \u201eSch\u00fcssen\u201d (Barbara Seiwert w\u00e4hlt Schokoladenwodka), Rosinen und Mandeln kostenlos nach Bedarf, gute Beratung \u2014 selbst die Kritischen vergeben hier durchweg Bestnoten.<\/p>\n<p>\u2022\u2022\u2022<\/p>\n<p>Die Man\u00f6verkritik: Eine deutlich munterere, redseligere Gruppe trifft unter dem Elch wieder zusammen, der pl\u00f6tzlich so schrecklich gar nicht mehr ist. Erfahrungen werden ausgetauscht, Empfehlungen gegeben. Nico H\u00f6hne findet, eigentlich k\u00f6nne man doch noch eine Abschlussrunde nehmen, jetzt, wo\u2019s so gem\u00fctlich sei. Gesch\u00e4ftsfrau Barbara Seiwert \u00fcberschl\u00e4gt das Restbudget \u2014 alle haben gut gewirtschaftet \u2014 und befindet: m\u00fcsste reichen! Der vierte Gl\u00fchwein f\u00fcr die Tester (Nummer f\u00fcnf und sechs f\u00fcr die Trinkfesten) trinkt sich wie von allein in der Euphorie. Alle sind nach des Testens M\u00fche gel\u00f6st, aber geistig wie k\u00f6rperlich in denkbar bester Verfassung: kein Schwanken, kein Lallen. \u00dcber Sieger und Verlierer gibt es dennoch keine Zweifel: Gloegglich und Kobold, keine Frage. Kurz bevor Burkhard Otte von seiner Tochter abgeholt wird, macht jemand noch einen letzten Vorschlag: Vielleicht sollten doch nun alle noch den Testsieger kosten? Er findet rege Zustimmung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MAZ-Leser testen Gl\u00fchwein auf dem Weihnachtsmarkt in der \u201eBrandenburger\u201d \u2014 und k\u00fcren einen eindeutigen Sieger Die Mission: Sie scheuen weder Kater noch Kopfschmerz, weder Sodbrennen noch Schluckauf, sie kennen keine Zimt- und keine Nelkenallergie, sind bereit, sich schlimmstenfalls Magen und Leber zu ruinieren: Acht MAZ-Leser st\u00fcrzten sich in eines der letzten Abenteuer, das diese Stadt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[3,11,14,33,29,31,27],"tags":[],"class_list":["post-4608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-maz","category-pdm","category-reportage","category-stilform","category-toho","category-publishedin","category-rating"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2HHro-1ck","jetpack_likes_enabled":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4608"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4608\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4609,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4608\/revisions\/4609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}