{"id":492,"date":"2008-07-19T00:00:51","date_gmt":"2008-07-18T22:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wp\/?p=492"},"modified":"2014-04-02T18:07:54","modified_gmt":"2014-04-02T17:07:54","slug":"schluss-mit-lustig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=492","title":{"rendered":"Schluss mit lustig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Musik: Deutschlands vulg\u00e4rste Boygroup Knorkator h\u00f6rt auf<\/strong><\/p>\n<p>BERLIN 2006 hie\u00df es noch, \u201eWir werden auf die Kacke hauen, bis man uns das per Gesetz verbietet oder unsere zerfetzten K\u00f6rper es nicht mehr zulassen.\u201c Nach Erschlaffung sah es aber zum Auftakt der Knorkator-Abschiedstournee am Donnerstag im Berliner Monbijoupark gar nicht aus: Frontmann \u201eStumpen\u201c wirkte wendig und vulg\u00e4r wie eh und je und er\u00f6ffnete gut gelaunt mit \u201eEs kotzt mich an\u201c das zweist\u00fcndige Konzert, in dessen Verlauf kein Knorkator-Klassiker wie \u201eDing in die Schnauze\u201c, \u201eIch hasse Musik\u201c, \u201eIck wer zun Schwein\u201c und einige weitere mit nicht zitierf\u00e4higen Titeln und Texten folgten.<br \/>\nDie Atmosph\u00e4re war trotz mehrerer hundert G\u00e4ste im h\u00f6lzernen Amphitheater famili\u00e4r. Knorkator, die sich selbst die \u201eetwas andere Boygroup\u201c nennen, sind eine Band des Entspanntseins: Ohne Konzept, ohne Schuhe, ohne politische Korrektheit. Etwa die H\u00e4lfte der Lieder wurde nicht zu Ende gespielt, weil irgendwer daneben griff, \u201eStumpen\u201c aus dem Rhythmus kam oder den Text vergessen hatte.<br \/>\nDas passierte ihm besonders gern bei \u201eWestliedern mit englischem Text\u201c wie seiner Persiflage auf \u201eHighway to Hell\u201c, das er im Falsett als Ballade anlegte. Die Fans lieben Knorkator nicht nur f\u00fcr hintergr\u00fcndige Komik: Sie kommen vor allem, um den Anarcho-Charme der \u201eweltweit meisten Band Deutschlands\u201c zu genie\u00dfen.Knorkator machen alles, was anst\u00f6\u00dft: Sie beschimpfen das Publikum, sie nehmen nichts ernst \u2013 sich selbst zum Gl\u00fcck auch nicht \u2013, sie beleidigen jeden, zelebrieren den Ekel und alles F\u00e4kale, lassen an nichts ein gutes Haar. Sie sind wie Riesenbabys, die sich weigern, erwachsen zu werden, aber das mit soviel Charme und Selbstironie und \u2013 ja, doch \u2013 auch Intelligenz, dass es schon wieder fast reif wirkt. Lange galt die Band aus Berlin als subversiver Geheimtipp. Dann kam der Grand-Prix-Vorentscheid im Jahr 2000, und Deutschland reagierte auf die Provokationen der Spa\u00dfrocker, die im ARD-Abendprogramm in Pl\u00fcschkost\u00fcmen M\u00f6bel zers\u00e4gten, wie es sollte: beleidigt. Einen gr\u00f6\u00dferen Gefallen h\u00e4tte man der Band kaum tun k\u00f6nnen. \u201eSoviel Spa\u00df hatten wir selten\u201c, sagte Stumpen.<br \/>\nNun, nach elf Jahren, ist erstmal Schluss mit lustig. \u201eEs hat einfach Gr\u00fcnde\u201c, ist alles, was von Stumpen an diesem Abend zu den Gr\u00fcnden zu h\u00f6ren ist. Mehr war von einer Band, die nichts ernst nimmt, nicht zu erwarten.<\/p>\n<p><em>Erschienen am 19.07.2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik: Deutschlands vulg\u00e4rste Boygroup Knorkator h\u00f6rt auf BERLIN 2006 hie\u00df es noch, \u201eWir werden auf die Kacke hauen, bis man uns das per Gesetz verbietet oder unsere zerfetzten K\u00f6rper es nicht mehr zulassen.\u201c Nach Erschlaffung sah es aber zum Auftakt der Knorkator-Abschiedstournee am Donnerstag im Berliner Monbijoupark gar nicht aus: Frontmann \u201eStumpen\u201c wirkte wendig und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[20,26,3,33,29,31,27,9],"tags":[],"class_list":["post-492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bericht","category-kritikrezension","category-maz","category-stilform","category-toho","category-publishedin","category-rating","category-ur"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2HHro-7W","jetpack_likes_enabled":false,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=492"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/492\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4358,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/492\/revisions\/4358"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}