{"id":710,"date":"2008-12-31T00:00:34","date_gmt":"2008-12-30T23:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wp\/?p=710"},"modified":"2014-04-03T17:11:57","modified_gmt":"2014-04-03T16:11:57","slug":"frostelnde-fische-aus-fernost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=710","title":{"rendered":"Fr\u00f6stelnde Fische aus Fernost"},"content":{"rendered":"<p><strong>Silvester: Der Marmorkarpfen ist lecker, wird aber verschm\u00e4ht<\/strong><\/p>\n<p><em>Sie kamen zu DDR-Zeiten als Gastarbeiter, wurden hier aber nie richtig warm. Nun neigt sich der Auslandseinsatz der Marmorkarpfen dem Ende zu.<\/em><\/p>\n<p>KALLINCHEN| Nach den Weihnachtsfeiertagen gelten selbst dauerhungrige Zeitgenossen als ausgef\u00fcttert. Ein 62 Kilogramm schwerer und 1,52 Meter langer Marmorkarpfen d\u00fcrfte daher auch gr\u00f6\u00dfere Gesellschaften als Silvester- oder Neujahrsmahl \u00fcberfordern. Fischer Peter Sombert hingegen kann sich nicht aussuchen, was er in seinen Netzen findet. Zum Jahreswechsel wird Karpfen traditionell nachgefragt, und er k\u00f6nne ja keine Schilder an die Netze h\u00e4ngen, die den gew\u00fcnschten heimischen Spiegelkarpfen das H\u00e4ngenbleiben nahelegt, w\u00e4hrend er den \u201eG\u00e4sten\u201c aus Asien, den meist gr\u00f6\u00dferen Marmor- und Silberkrapfen empfehle, einen Umweg im Motzener See zu schwimmen, sagt Sombert trocken. Und \u00fcberhaupt, was hei\u00dft hier G\u00e4ste: In den 1970er Jahren lie\u00df die DDR die Asiaten in gro\u00dfen St\u00fcckzahlen in die Seen setzen, um die Gew\u00e4sser sauber zu halten. Da die Tiere gen\u00fcgsam sind und ausschlie\u00dflich Plankton fressen, galten sie als wirtschaftlich sinnvoll. Doch ein wenig mehr Fischkunde vorher h\u00e4tte helfen k\u00f6nnen: Die Gastarbeiter aus der Mongolei und China frieren in deutschen Gew\u00e4ssern: In jedem kalten Winter reduzierte sich die Population merklich\u2013 von urspr\u00fcnglich 12000 Marmorkarpfen im Motzener See sind es derzeit vielleicht noch 2000, sch\u00e4tzt Sombert. Und: Weil die G\u00e4ste w\u00e4rmeres Wasser gew\u00f6hnt sind, kommt in den kalten m\u00e4rkischen Seen keine Fortpflanzungslust auf, so dass der Bestand sich auch nicht erholen kann. Immerhin taugen die im Sommer sprungfreudigen Karpfen als Touristenattraktion. \u201eWenn neben ihrem Boot so ein Kaventsmann einen delphintauglichen Salto vollf\u00fchrt, staunen sie Baukl\u00f6tzer\u201c, sagt Peter Sombert.<br \/>\nPrinzipiell m\u00fcsste der Fischer in Kallinchen den marmornen Beifang im Netz nicht ignorieren: Die Filets sind lecker, und auch in der Fischsuppe macht sich der Marmorkarpfen ausgesprochen gut. Doch Sombert wird deren Fleisch nicht los, der Brandenburger will seinen Spiegelkarpfen, und alte Gewohnheiten sind eben schwer zu \u00e4ndern. Au\u00dferdem \u00fcberfordert die schiere Gr\u00f6\u00dfe selbst experimentierfreudige Fischesser: Wer nimmt schon 20 Kilogramm Karpfen mit nach Hause&#8230;<br \/>\nSo werden die Marmorkarpfen wohl ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen bleiben, und das gro\u00dfe Zappeln im Netz wird immer seltener werden. Gut 30 Jahre sind die Fische jetzt alt, ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 40 bis 50 Jahren. Zumindest in warmen asiatischen Seen.<br \/>\nPeter Sombert verkauft indes weiterhin zirka einj\u00e4hrige einheimische Spiegelkarpfen, die in der Helter seiner Fischerei, quasi einem umz\u00e4unten Becken, dem Schicksal in Topf und Pfanne entgegenschwimmen. Rund 300 St\u00fcck hat er \u00fcber die Feiertage an Kunden aus der Region und aus Berlin verkauft. Mit ihrem Gewicht von zwei Kilogramm sind sie auch nach den fetten Tagen noch zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p><em>Erschienen am 31.12.2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Silvester: Der Marmorkarpfen ist lecker, wird aber verschm\u00e4ht Sie kamen zu DDR-Zeiten als Gastarbeiter, wurden hier aber nie richtig warm. Nun neigt sich der Auslandseinsatz der Marmorkarpfen dem Ende zu. KALLINCHEN| Nach den Weihnachtsfeiertagen gelten selbst dauerhungrige Zeitgenossen als ausgef\u00fcttert. 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