{"id":771,"date":"2009-01-29T00:01:12","date_gmt":"2009-01-28T23:01:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wp\/?p=771"},"modified":"2009-01-28T18:58:41","modified_gmt":"2009-01-28T17:58:41","slug":"wollestrase-parkplatze-oder-baume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=771","title":{"rendered":"Wollestra\u00dfe: Parkpl\u00e4tze oder B\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sanierung: Anwohnerw\u00fcnsche gehen in Babelsberg weit auseinander <\/strong><\/p>\n<p><em>Wenn wir nicht \u00fcbers Pflaster streiten, streiten wir \u00fcber die Einbahnstra\u00dfe: Im Stadtkontor ist dieser Tage Nervenst\u00e4rke gefragt.<\/em><\/p>\n<p>POTSDAM-BABELSBERG| \u201eManchmal\u201c, sagte einer der Anwohner beim Hinausgehen, \u201emanchmal w\u00e4re eine Diktatur doch ganz praktisch.\u201c Es waren fast zwei Stunden vergangen, als sich der mit 60 Anwohnern hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllte Raum leerte. Das Stadtkontor hatte seine Pl\u00e4ne zur Sanierung der Wollestra\u00dfe vorgestellt, die vermutlich im Fr\u00fchjahr 2010 beginnt.<br \/>\nDass die Sanierung dringend n\u00f6tig ist, d\u00fcrfte dabei der einzige Konsens an diesem Abend gewesen sein: Das alte Pflaster ist vielfach kaputt, der L\u00e4rm und die Sch\u00e4den an den H\u00e4usern sind immens, die fehlende Regenentw\u00e4sserung l\u00e4sst zuweilen Keller volllaufen und die das Stra\u00dfenbild pr\u00e4genden Rotdorn-B\u00e4ume sind laut Gr\u00fcnfl\u00e4chenamt und Naturschutzbeh\u00f6rde zum \u00fcberwiegenden Teil dank r\u00fccksichtslosen Parkens dem Tode geweiht.<br \/>\nWeil er die h\u00e4ufig auseinanderklaffenden W\u00fcnsche der Anlieger im Sanierungsgebiet bereits gewohnt ist, hatte Dietrich Wiemer vom Stadtkontor diesmal gleich zwei Varianten projektieren lassen und erhoffte sich von der Anwohnerversammlung ein erstes Meinungsbild, das durch eine Umfrage unter allen Anwohnern demn\u00e4chst gesch\u00e4rft werden soll. Die erste Variante sieht vor, den Stra\u00dfenquerschnitt bei 6,10 Metern zu belassen, die kranken Rotdornb\u00e4ume zu ersetzen und das Parken k\u00fcnftig auf eine Stra\u00dfenseite einzuschr\u00e4nken. Dabei fielen zum Schutze der B\u00e4ume aber 64 bis 72 Parkpl\u00e4tze weg. Version zwei sieht eine Verbreiterung der Stra\u00dfe auf 8,10 Meter vor, zu deren Ungunsten die Gehwege auf 1,30 Meter Breite gestutzt w\u00fcrden und der traditionelle Rotdorn dem nicht so m\u00e4chtige Kronen bildenden Wei\u00dfdorn weichen m\u00fcsste. Im Gegenzug k\u00f6nnte auf beiden Stra\u00dfenseiten geparkt werden, es fielen kaum Stellpl\u00e4tze weg. Gemeinsam ist beiden Varianten der Austausch der Trink- und Schmutzwasser, Gas- und Elektroleitungen sowie der Einbau der bislang fehlenden Regenentw\u00e4sserung in die Stra\u00dfe. Au\u00dferdem soll laut Verkehrsbeh\u00f6rde in jedem Fall die Einbahnstra\u00dfenregelung aufgehoben werden, um Umweg-Verkehre zu vermeiden.<br \/>\nDer Plan, den Anwohnern die Meinungsfindung durch Alternativen zu erleichtern, darf nach der munteren Debatte im Anschluss dennoch als grandios gescheitert gelten: Statt \u00fcber die Auswahl zwischen historischem Baumbestand oder Parkpl\u00e4tzen entz\u00fcndeten sich nicht nur Debatten um die beliebte, leidige Frage \u201eAsphalt oder Pflaster\u201c, die das Stadtkontor trotz Hinweises auf einen nach den Streitigkeiten der letzten Jahre von den Stadtverordneten gefassten Grundsatzbeschluss f\u00fcr das alte Pflaster nicht unterbinden konnte: Man diskutierte auch und vor allem dar\u00fcber, ob man die Einbahnstra\u00dfenregelung nicht beibehalten k\u00f6nne. Warum das n\u00f6tig sei, konnte zwar niemand schl\u00fcssig begr\u00fcnden \u2013 sieht man einmal vom Argument ab, dass das schon immer so gewesen sei \u2013, aber das minderte die Leidenschaft des Streits nicht. Kurios dabei war, dass viele Anwohner bekannten, sich ohnehin nicht an die Regelung zu halten, denn die Wollestra\u00dfe sei nun einmal lang sonst oft ein Umweg n\u00f6tig. W\u00e4re es nach dem Meinungsbild im Saal gegangen, es m\u00fcsste wohl eine breite Einbahnstra\u00dfe mit doppelt Parkpl\u00e4tzen, zum Teil mit Pflaster, zum Teil mit Asphalt, unter Beibehaltung des Rotdorns und breiten Gehwegen sein. Das ist aber nicht nur technisch, sondern rechtlich unm\u00f6glich.<br \/>\nDem Stadtkontor stehen turbulente Zeiten ins Haus.<\/p>\n<p><strong>Infobox: Pflasterstreit<\/strong><br \/>\nDie Stra\u00dfensanierung in Babelsberg leidet seit Ende 2007 an verschiedenen Meinungen zur Frage: Pflaster oder n Asphalt?<br \/>\nIn der Jahnstra\u00dfe setzten Anwohner das Pflaster durch.<br \/>\nDie Meinungen in der Neuen Stra\u00dfe und der Wollestra\u00dfe sind geteilt \u2013 ein Gro\u00dfteil der B\u00fcrger ist f\u00fcr Asphalt.<br \/>\nEin zwischenzeitlich gefasster Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten erzwingt im Sanierungsgebiet aber den Erhalt des Pflasters.<\/p>\n<p><em>Erschienen am 29.01.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sanierung: Anwohnerw\u00fcnsche gehen in Babelsberg weit auseinander Wenn wir nicht \u00fcbers Pflaster streiten, streiten wir \u00fcber die Einbahnstra\u00dfe: Im Stadtkontor ist dieser Tage Nervenst\u00e4rke gefragt. 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