{"id":787,"date":"2009-02-04T00:01:54","date_gmt":"2009-02-03T23:01:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wp\/?p=787"},"modified":"2009-02-03T19:42:17","modified_gmt":"2009-02-03T18:42:17","slug":"%e2%80%9emanchmal-fehlt-der-mut-zu-etwas-neuem%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=787","title":{"rendered":"\u201eManchmal fehlt der Mut zu etwas Neuem\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bauen: Stadt stellt neuen Bau-Fachbereichleiter vor<\/strong><\/p>\n<p><em>Mit Kulturst\u00e4dten kennt er sich aus: Potsdams neuer Fachbereichleiter Oliver Graumann f\u00fcr Stadtentwicklung und Denkmalpflege hat in Weimar studiert und in Dresden gearbeitet. Mit ihm sprach Jan Bosschaart.<\/em><\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Sie sind von Dresden nach Potsdam gewechselt. Gab es an der Elbe nichts mehr zu sanieren?<br \/>\n<strong>Oliver Graumann:<\/strong> Doch, aber Potsdam ist auch eine Kulturstadt von europ\u00e4ischem Niveau, eine Stadt mit unglaublichen Potenzialen. Au\u00dferdem hat mich die Herausforderung einer leitenden Funktion gereizt.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Sie \u00fcbernehmen keinen leichten Posten \u2013 ihr Vorg\u00e4nger war umstritten. Geh\u00f6rte das genaue Studium des Battis-Berichts zu den Stellenanforderungen?<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Ich habe den Bericht nat\u00fcrlich gelesen, wenn auch nicht in seiner Tiefe studiert. Ich komme da zum Gl\u00fcck unvorbelastet und damit etwas freier in die Stadt. Wichtiger als die alten Probleme ist es aber doch, die anstehenden Aufgaben zu l\u00f6sen und alle mitzunehmen, die dazu beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Das hei\u00dft, sie hatten bislang noch keinen Kontakt mit G\u00fcnther Jauch?<br \/>\n<strong>Graumann (lacht):<\/strong> Bislang hat er mich nicht angerufen.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Sie werden unweigerlich auch zwischen die Fronten der Stadtschlossbef\u00fcrworter und -gegner geraten. Sind sie daf\u00fcr gewappnet?<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Es gibt \u2013 auch in Dresden \u2013 eine gro\u00dfe Liebe zur Historie, weil das Bauen nach historischem Vorbild f\u00fcr solide gilt. Ich finde es schade, dass manchmal der Mut zu etwas Neuem fehlt und habe mich zum Beispiel gefragt, wie es w\u00e4re, wenn man im wundersch\u00f6n sanierten holl\u00e4ndischen Viertel ein Geb\u00e4ude in seiner urspr\u00fcnglichen Kubatur, aber aus Glas gebaut h\u00e4tte.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Diese Vorstellung d\u00fcrfte einigen Potsdamern ein Graus sein.<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Mag sein, aber in der Diskussion um an der Historie orientiertes Bauen wird auch gern au\u00dfer Acht gelassen, dass wir heute ganz andere Nutzungsanforderungen an Geb\u00e4ude haben, etwa, was die Sicherheit, die Energie-Effizienz und die technischen Anlagen betrifft. Es kann ja auch keine L\u00f6sung sein, sich ein Museum zu bauen \u2013 es sollte eine Stadt sein, in der man leben kann, nicht etwas, das man sich in die Vitrine stellt. Das gilt auch f\u00fcrs vieldiskutierte Havelufer an der Alten Fahrt.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Das hei\u00dft, sie h\u00e4tten einem modernen Landtag den Vorzug gegeben?<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Die Entscheidung f\u00fcrs Stadtschloss ist v\u00f6llig richtig. Was ich sagen will, ist, dass es leicht ist, als Beh\u00f6rde Vorschriften zu erlassen. Die Bauherren m\u00fcssen aber auch mit den Vorgaben leben k\u00f6nnen, und manchmal sogar davon leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Wo sehen Sie Ihre Rolle in diesen Diskussionen?<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Die Stadterneuerung sollte eine starke Managementfunktion \u00fcbernehmen. Wir sollten nicht nur eine Beh\u00f6rde sein, die \u00fcber Antr\u00e4ge entscheidet. Wichtig ist es, die Interessen aufzunehmen und zu b\u00fcndeln, Ziele zu formulieren und deren Umsetzung zu begleiten.<\/p>\n<p><strong>MAZ:<\/strong> Dresden hat seine Frauenkirche zur\u00fcckbekommen. Was k\u00f6nnen die Potsdamer f\u00fcr das Projekt Garnisonkirche von der Elbestadt lernen?<br \/>\n<strong>Graumann:<\/strong> Wie wichtig b\u00fcrgerliches Engagement f\u00fcr solche Projekte ist. Es ist unabdingbar, dass der Impuls aus der Bev\u00f6lkerung kommt. Die Garnisonkirche w\u00e4re nicht nur f\u00fcr Stadtbild und Tourismus wichtig, sondern auch f\u00fcr die Potsdamer Identit\u00e4t: Sagen zu k\u00f6nnen, wir haben das aus eigener Kraft geschafft, denn das ist unsere Stadt, eine Stadt der B\u00fcrger, nicht die Stadt der Stadtverordneten oder der Verwaltung, ist h\u00f6chst bedeutsam.<\/p>\n<p><strong>Infobox: Oliver Graumann<\/strong><br \/>\nDer neue Fachbereichsleiter, Jahrgang 1962, ist studierter Bauingenieur.<br \/>\nEr arbeitet in der Dresdner Stadtverwaltung, zuletzt als Leiter der Stadterneuerung S\u00fcd, wo er unter anderem f\u00fcr den historischen Bereich Neumarkt zust\u00e4ndig war.<\/p>\n<p><em>Erschienen am 04.02.2009<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauen: Stadt stellt neuen Bau-Fachbereichleiter vor Mit Kulturst\u00e4dten kennt er sich aus: Potsdams neuer Fachbereichleiter Oliver Graumann f\u00fcr Stadtentwicklung und Denkmalpflege hat in Weimar studiert und in Dresden gearbeitet. 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