{"id":97,"date":"2007-06-08T00:28:42","date_gmt":"2007-06-07T22:28:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jan-bosschaart.de\/wordpress\/?p=97"},"modified":"2008-07-17T00:32:00","modified_gmt":"2008-07-16T22:32:00","slug":"nachwuchs-im-simulator-park","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bosschaart.de\/blog\/?p=97","title":{"rendered":"Nachwuchs im Simulator-Park"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lufthansa Training mit neuer Boeing 737 \/ Nachfrage in der Pilotenausbildung ungebrochen<\/strong><\/p>\n<p>SCH\u00d6NEFELD War ja klar, dass es so kommen musste. Wenn ein Schreiber sich als Flieger versucht, ist die Bruchlandung programmiert. Wir setzen hart auf in Hong Kong. Zu hart. Die Boeing 737 bockt und springt wieder von der Landebahn hoch, bekommt eine bedrohliche Schieflage und schl\u00e4gt dann schr\u00e4g und mit der Nase voran auf den Asphalt. Das Bild friert ein. \u201eGame Over\u201c sagt der Flugtrainer trocken, und die H\u00e4me ist un\u00fcberh\u00f6rbar. \u201eMaybe you shouldn\u2019t consider becoming a pilot\u201c setzt er hinterher, in dem f\u00fcr Franko-Kanadier typisch franz\u00f6sisch klingendem Englisch. Die Eleganz dieser Aussage ist un\u00fcbersetzbar. De facto hei\u00dft es: Trottel! <\/p>\n<p>Es ist der achte Flugsimulator in den Hallen der Lufthansa Flight Training (LFT) in Sch\u00f6nefeld, der an diesem Tag in Betrieb genommen wird. Und der erste der Firma Mechtronix aus dem kanadischen Quebec. \u201eWir haben uns f\u00fcr das Ger\u00e4t entschieden, weil uns die Qualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und der attraktive Preis \u00fcberzeugt haben\u201c, sagt LFT-Chef Florian Hamm zur Einweihung. Die geringeren Kosten k\u00f6nnten direkt an die Kunden, die ihre Ausbildungsstunden auf dem Ger\u00e4t buchen, weitergegeben werden, f\u00fcgt er an. Angesichts ungebrochen gro\u00dfer Nachfrage an Piloten und Pilotenausbildung ein Argument, das die Kundschaft gern h\u00f6rt. Der Trend zum Billigflieger mag den Bedarf erh\u00f6ht haben, doch Easyjet, Germanwings &#038; Co. haben auch die Kosten sch\u00e4rfer im Blick. Hauptkunde auf dem Mechtronix-Ger\u00e4t wird die Tui Fly sein, die Fluggesellschaft des gro\u00dfen Touristik-Konzerns. \u201eWir benutzen das Ger\u00e4t schon jeden Tag und sind sehr zufrieden\u201c, verr\u00e4t Joachim Kramer, Leiter der Piloten-Ausbildung bei der Tui Fly. Man habe lange mit sich gerungen, selbst einen Simulator anzuschaffen und schlie\u00dflich entschieden, das lieber in den bew\u00e4hrten H\u00e4nden der LFT zu belassen. \u201eUnsere Kompetenz besteht darin, von A nach B zu fliegen. Das Training \u00fcberlassen wir lieber den Profis\u201c, so Kramer. <\/p>\n<p>Da der Verkauf eines Simulators selbst f\u00fcr ein Unternehmen wie Mechtronix ein gro\u00dfes Ereignis ist, ist fast der gesamte F\u00fchrungsstab nach Sch\u00f6nefeld gekommen. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Xavier Herve \u00fcbergibt ein zus\u00e4tzliches Ausstattungsmerkmal des Simulators an Hamm und Kramer: Das integrierte Pain-Relief-System (Schmerz-Minderungs-System) in Form von zwei Flaschen Champagner. <\/p>\n<p>\u201eEs w\u00e4re ein Traum, mal f\u00fcr Euch zu arbeiten\u201c, bekennt Florian Hamm im Gegenzug, der vor dem Kauf die Firma in der kanadischen Provinz Quebec besucht hatte. Betriebsklima und F\u00fchrungsstil h\u00e4tten ihn nachhaltig beeindruckt. Angesichts des Durchschnittsalters von 18 bis 23 Jahren unter den jungen Ingenieuren werde es aber wohl ein Traum bleiben. <\/p>\n<p>Nach so vielen freundlichen Worten d\u00fcrfen die Besucher der Einweihung selbst im Cockpit Platz nehmen und f\u00fcr 15 Minuten durch die Welt jetten \u2013 auf Wunsch auch selbst am Steuerkn\u00fcppel. Nun scheiden sich die Luftfahrtprofis von den Presseleuten, die sehr schmerzhaft erfahren m\u00fcssen, dass das Wort Schmierfink auf der ersten Silbe betont wird und mit Fliegen wenig zu tun hat. Selbst der Kollege, der in seiner Freizeit mit dem Segelflugzeug nach H\u00f6herem strebt, ist vom originalgetreuen Cockpit der 737 hoffnungslos \u00fcberfordert. So sehr, dass er vor Aufregung auf der Startbahn mit dem Steuer zu lenken versucht, statt mit den Ruderpedalen. Los geht\u2019s in Tegel, die Nase zeigt nach Osten, das Wetter ist im Wortsinn blendend. Der Start ist noch relativ einfach: Bremsen l\u00f6sen, Gas geben, die Spur halten und im richtigen Moment hochziehen. Der Kollege ist dennoch in Schwei\u00df gebadet. \u201eWarm hier!\u201c sagt er. Ja, klar. Einmal in der Luft, entspannt er sich, ein Zustand, der dem kanadischen Trainer gar nicht behagt. Er l\u00e4sst es nun richtig krachen: Dunkelheit, Nebel, Schneetreiben, drei entgegenkommende Maschinen \u2013 der arme Hobbyflieger ist voll besch\u00e4ftigt. Erst der Anblick des Hongkonger Flughafens, traumhaft beleuchtet, entspannt ihn wieder. Es wird nicht lange anhalten. Die sechs Hydrauliks\u00e4ulen, die das Cockpit in jede erdenkliche Richtung neigen k\u00f6nnen, bewegen sich nicht immer so butterweich. Sie k\u00f6nnen auch anders: Etwa, wenn die Nase des Riesenvogels mit einem gewaltigen Rumms auf die Landebahn kracht. <\/p>\n<p><em>Erschienen am 08.06.2007<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lufthansa Training mit neuer Boeing 737 \/ Nachfrage in der Pilotenausbildung ungebrochen SCH\u00d6NEFELD War ja klar, dass es so kommen musste. Wenn ein Schreiber sich als Flieger versucht, ist die Bruchlandung programmiert. Wir setzen hart auf in Hong Kong. Zu hart. 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